Strommarkt, der Handel mit der Power
Wir schauen fern, wir hören aus unserer Anlage Musik, wir riechen schon die Pommes in der Fritteuse in der Küche, unseren Kinder schmecken die Popcorns aus der Mikrowelle und der Nachbar spielt unser Lieblingsstück auf der E-Gitarre. Ganz egal was für einen Sinn wir benutzten, der moderne Mensch braucht Elektrizität. Wir kommen ohne Strom nicht mehr aus. Doch woher kommt Strom? Wer sorgt dafür, dass in der Steckdose die unsichtbare Kraft auch ankommt?
Strom kommt aus einem Kraftwerk, das lernen wir schon in der Grundschule. In Deutschland wird so gut wie jede Energiequelle genutzt. Neben den fossilen Brennstoffen, wie Kohle, Gas oder Öl, gibt es eine große Anzahl Wasserkraftwerke, Biomassekraftwerke aber auch die momentan hoch in der Kritik stehenden Atommeilern. Der Strommarkt bekommt auch die Ware Strom aus neuen Solarkraftwerken und aus Windparks.
In Deutschland sind über 1.000 Unternehmen auf dem Strommarkt aktiv. Neben den reinen Stromerzeugern, gibt es Übertragungsnetzbetreiber, Stadtwerke und reine Versorger. Die vier größten Stromkonzerne, RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall, beherrschen ca. 80 Prozent der gesamten deutschen konventionellen Stromerzeugung. Die vier Riesen entstanden aus Zusammenschlüssen und bilden sogenannte Verbundunternehmen. Die Verflechtung mit Beteiligungen an einer Vielzahl von Stadtwerken ist groß, so dass der Strommarkt sehr unübersichtich bleibt. Die reinen Stromanbieter sind meistens Tochterunternehmen der vier Großen. E wie Einfach gehört zu E.ON und Yello Strom ist einen EnBW-Tochter, um nur die bekanntesten zu nennen.
Neu auf dem Strommarkt ist der Bereich Ökostromanbieter. Auch die vier Großen haben erkannt, dass nicht nur der Preis, sondern auch die Erzeugungsart beim Verbraucher eine wichtige Rolle spielt. Neben den sind auch Greenpeace Energy, Naturstrom, Lichtblick und EWS Schönau zu nennen, die als unabhängige Anbieter auf dem Markt agieren. Diese Sparte hat, als Reaktion auf die neusten Einwicklungen in Japan, mit Sicherheit einen größeren Anstieg vor sich, denn momentan ist der Anteil um die zwei Prozent und damit sehr gering.
Der Strommarkt in Deutschland ist nicht einfach zum Durchschauen, aber wer aber nachfragt und nachliest, der bekommt auch den Durchblick.
