Noch vor einigen Jahren lag die Stromversorgung in Deutschland allein in den Händen von einigen wenigen Stromunternehmen. Die großen Stromkonzerne konnten sich frei entfalten ohne Konkurrenz zu fürchten, da kein weiterer, zusätzlicher Stromkonzern Zugang zum deutschen Stromnetz erhielt. Den Stromunternehmen warf man eine kundenunfreundliche und profitorientierte Preispolitik vor. Die Politik reagierte und in Deutschland fiel das Monopol. Der Markt wurde liberalisiert und in Deutschland sank der Strompreis.
Nun begann der Run auf neue Abnehmer in Deutschland. Die Stromlieferanten stellten sich der Aufgabe, die Kunden davon zu überzeugen, dass sich ein Wechsel zu ihnen lohnt. Die Stromkonzerne versuchten neue Kunden über den Preis zu akquirieren. Umfangreiche Werbemaßnahmen, sowohl in den Printmedien, als auch in Hörfunk und Fernsehen begannen.
Bestes Beispiel hierfür ist der Stromriese aus Baden-Württemberg EnBW, der pünktlich zur Marktöffnung das Tochterunternehmen Yello Strom gründete. Mit hohem Aufwand warb er damit, dass Strom gelb sein müsse. Andere Stromriesen zogen mit. Die Verbraucher griffen die Möglichkeit auf und wechselten den Stromversorger, um Geld zu sparen. Dem Kunde war zwar nicht wohl bei dem Gedanken, den Stromanbieter zu wechseln, aber das Internet mit seinen unterschiedlichen Berechnungsprogrammen erleichterte die Entscheidung.
Mittlerweile ist der Verbraucher geschult. Der Kunde prüft regelmäßig, ob es sich lohnt, den Stromanbieter zu wechseln. Gerade bei Haushalten mit mehreren Personen, kann ein minimaler Preisunterschied beim Strom bereits einiges ausmachen.
Der deutsche Verbraucher hat verstanden, dass man durch den Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter einiges an Geld sparen kann. Billiger Strom wird damit bald zur Selbstverständlichkeit. Die Möglichkeit des Online-Preisvergleichs mit dem Tarifrechner erleichtert den Wechsel dabei.
Die großen Stromkonzernen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall produzieren 80% des Strom in Deutschland. Zudem besitzen diese Anbieter gleichzeitig auch die Übertragungsnetze. Kleinere Stromkonzerne müssen für deren Nutzung ein Netznutzungsentgelt bezahlen.
Während die eigentliche Lieferung des Stroms/die Kilowattstunden frei gestaltbar sind, sind die Preise für die Nutzung der Netze staatlich geregelt durch die Bundesnetzagentur (BNetzA). Dadurch haben auch kleinere Stromanbieter neben den Stromriesen eine Chance auf dem deutschen Strommarkt.
